Praxistest · Stand: 30. August 2026
Webhosting bei ALL-INKL — mein Erfahrungsbericht
Bei ALL-INKL Anzeige laufen alle meine Projekte: diese Website, fünf Subdomains mit eigenen PHP-Anwendungen — vom Lernspiel für meinen Sohn über einen Link-Shortener bis zur Inventur-Anwendung, die im Arbeitsalltag echte Arbeit übernimmt. Zusammen sind das einige tausend Dateien und rund ein Dutzend Anwendungen im Dauerbetrieb. Das hier ist also kein Test-Account, der nach einer Woche wieder gelöscht wird, sondern gelebter Alltag.
Was mich überzeugt
PHP-Version je Domain. Jede Domain und Subdomain bekommt ihre eigene PHP-Version. Bei mir laufen gerade 8.2, 8.4 und 8.5 parallel — die alte Fachanwendung bleibt stabil auf ihrer Version, während neue Projekte aktuelles PHP nutzen. Genau so soll das sein.
SSL ohne Aufpreis und ohne Gefrickel. Jede Subdomain hat bei mir ein eigenes Zertifikat, eingerichtet in Minuten über die Verwaltung. Dazu Verzeichnisschutz per Klick — mein interner Bereich war schneller abgesichert, als ich die Anleitung hätte lesen können.
Die Verwaltung (KAS) kann erstaunlich viel. Domains, DNS, E-Mail, Datenbanken, Cronjobs, sogar eine Programmier-Schnittstelle für Automatisierung. Ich frage darüber inzwischen Speicherbelegung und Konfiguration ab, ohne mich einzuloggen.
Der Preis ist erfreulich unspektakulär. Der Einstiegstarif „Privat" kostet 4,95 € im Monat und bringt drei Domains und 50 GB Speicher gleich mit (Stand: August 2026) — genau der Tarif, auf dem dieser gesamte Projektpark läuft. Meine Anwendungen nutzen davon erst einen Bruchteil.
Keine Überraschungen. Serverstandort Deutschland, AV-Vertrag verfügbar, keine Zwangswerbung, keine versteckten Aufpreise für SSL oder Subdomains.
Was man wissen sollte
Ausfälle gibt es — auch hier. Ausgerechnet am Tag, an dem ich diesen Test schreibe, war die komplette ALL-INKL-Infrastruktur gut eine halbe Stunde nicht erreichbar, inklusive der eigenen Homepage des Anbieters. Das war in meiner Zeit als Kunde die Ausnahme, gehört aber zur Ehrlichkeit dazu: Wer Ausfallzeiten in Minuten pro Jahr rechnen muss, braucht mehr als Shared Hosting — und sollte einen Störungsdienst wie allestörungen.de im Lesezeichen haben, bevor er den eigenen Router verdächtigt.
FTP hat Eigenheiten. Übertragen wird klassisch per FTPS. Der Server verlangt dabei eine TLS-Sitzungs-Wiederverwendung, an der Windows-Bordmittel wie curl scheitern (gängige FTP-Programme wie FileZilla können es). Und bei sehr langen Übertragungen — etwa einem Komplett-Backup mit tausenden Dateien — trennt der Server die Verbindung gelegentlich; mein Backup-Skript verbindet deshalb automatisch neu.
Modernes Deployment ist Handarbeit. Es gibt kein „Git push und live". Wer Container, CI/CD-Pipelines oder eigene Serverdienste braucht, ist bei einem VServer besser aufgehoben — für klassische Websites und PHP-Anwendungen ist das aber kein echtes Minus.
Fazit
Für Websites, PHP-Projekte und alles, was eine Familie oder ein kleines Vorhaben digital braucht, ist ALL-INKL Anzeige für mich die unaufgeregte Empfehlung: viel Substanz, wenig Marketing, deutsche Rechtslage. Wer dagegen automatisierte Deployments oder garantierte Verfügbarkeit im Minutenbereich braucht, sollte eine Klasse höher einsteigen — das ist dann aber auch eine andere Preis- und Pflegeklasse.